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Geschichte

London zur Römerzeit
Im Jahr 43, unter Herrschaft des Kaiser Claudius, kamen die Römer und errichteten 'Londinium' als Hafen und Militärlager. Nach einem gescheiterten Aufstand des keltischen Stammes der Iceni unter Führung von Königin Boudicca fiel London im Jahre 60 in Schutt und Asche, um bald darauf als Wirtschafts- und Verwaltungszentrum Britanniens wieder aufzuerstehen.

Sachsen und Wikinger
Gegen Ende des 4. Jahrhunderts begann das Römische Reich zu zerbröckeln. Im Jahre 410 gaben die Römer die Stadt offiziell auf und überließen Londinium den Sächsischen Eroberern. 789 begannen die Wikinger, Britannien anzugreifen, und 1016 wurde der Anführer der Dänen, Knut der Große, zum König von England ernannt. London wurde zur Hauptstadt des Landes und hält diese Position bis heute inne.

Die Herrschaft der Dänen endete mit der Machtergreifung durch König Edward (1042-66). Während seiner Regierungszeit teilte sich die Macht in der Hauptstadt. Die königliche Verwaltung hatte von nun an ihren Sitz in Westminster, während sich die Wirtschaft in der City konzentrierte.

1066 bis zur Pest
Edward ernannte Harold, den Earl of Wessex, zu seinem Nachfolger. In der legendären Schlacht von Hastings wurde Harold von Wilhelm dem Eroberer geschlagen. Im Verlauf der folgenden Jahrhunderte befand sich die Stadt in einem ständigen Kampf mit der königlichen Regierung, bei dem es um einen gewissen Grad an Selbstständigkeit ging. Höhepunkt dieser Bemühungen war die 1215 verfasste Magna Carta, in der King John die grundlegenden Freiheiten des englischen Adels gegenüber dem König verbriefte. London bekam das Recht zugesprochen, seinen eigenen Lord Mayor zu wählen.

Im Jahr 1348 wurde die Stadt von der Pest heimgesucht. Der Schwarze Tod wurde durch Ratten übertragen und rottete innerhalb von zwei Jahren die Hälfte der Londoner Bevölkerung aus.

London unter den Tudors
Unter der Herrschaft der Tudors erlebte London einen wirtschaftlichen Aufschwung und verzeichnete ein dramatisches Wachstum der Bevölkerung, die sich im Laufe des 16. Jahrhunderts verdreifachte. Das wichtigste geschichtliche Ereignis war die Reformation, die 1529 von Heinrich dem VIII. in die Wege geleitet wurde und bei der sich die Englische Kirche von Rom lossagte (die Verbindung wurde jedoch 1555 von Königin Mary I. wiederhergestellt.)

Trotz der heftigen religiösen Streitigkeiten zwischen Katholiken und Protestanten erfreute sich die Wirtschaft unter den Tudors bester Gesundheit. In der Regierungszeit von Königin Elizabeth I. (1558-1603) erlebte London die Englische Renaissance, die insbesondere in der Literatur mit den Werken von Christopher Marlowe, Ben Jonson und natürlich William Shakespeare wertvolle Früchte trug.

London unter den Stuarts
1603 wurde James VI. von Schottland gleichzeitig zu König James I. von England gekrönt (1603-25). Diese Vereinigung der beiden Kronen kennzeichnete den Beginn der Stuart-Dynastie. 1605 scheiterte der Versuch einer Gruppe katholischer Verschwörer um den Attentäter Guy Fawkes, im sogenannten Gunpowder Plot bei der Parlamentseröffnung den König mitsamt dem Parlamentsgebäude in die Luft zu sprengen.

Unter Charles dem I. (1625-49) entstand aus der Feindseligkeit zwischen der Krone und dem Parlament ein schwerer Bürgerkrieg. Nach einer Reihe von Niederlagen ergab sich Charles schließlich, kam vor Gericht und wurde hingerichtet. Unter Oliver Cromwell wurde London zum Commonwealth und befand sich unter dem strengen Regime der Puritaner, bis schließlich Charles II. (1660-85) die Wiederherstellung der Monarchie bekanntgab.

Die guten Zeiten fanden jedoch ein jähes Ende, als 1665 mit der Great Plague eine verheerende Pestwelle einsetzte, die 100.000 Menschenopfer forderte. Nur ein Jahr später wurde London vom Großen Brand (Great Fire) heimgesucht, der die Stadt zu 80 Prozent zerstörte und mehr als 100.000 Menschen obdachlos machte. Der Wiederaufbau der Stadt trägt unverkennbar die Handschrift des visionären Architekten Christopher Wren und verlöschte so gut wie alle Spuren der mittelalterlichen Stadt.

London unter George I.
Mit der Machtergreifung durch George I. (1714-27) setzte sich das Wachstum Londons unaufhaltsam fort – es hatte sich mittlerweile zur größten Stadt der Welt entwickelt. Schon lebten beinahe eine Million Menschen in der Metropole. Doch trotz seines Reichtums verzeichnete London auch die höchste Sterblichkeitsrate seit Beginn der offiziellen Aufzeichnungen. Die Schuld daran zu trugen nicht nur die weit verbreiteten Krankheiten, sondern vor allem der Gin. In den schlimmsten Zeiten betrug der Durchschnittsverbrauch etwa zwei Liter pro Woche, und es fanden mehr als doppelt so viele Beerdigungen statt wie Taufen. Die polizeiliche Überwachung des Molochs wurde zu einer immer wichtigeren Aufgabe für die Regierung, und es erfolgte die Einführung der Todesstrafe selbst für geringste Vergehen.

Das 19.Jahrhundert
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich London zur Hauptstadt eines weltweiten Imperiums.

Die Regierungsperiode Queen Victorias (1837-1901) fiel in eine Zeit, in der die internationale Stellung Großbritanniens noch nie dagewesene Höhen erreichte. Der Geist der Zeit repräsentierte sich nirgendwo besser als in der Weltausstellung von 1851 im Crystal Palace im Hyde Park, zu der zirka 6 Millionen Besucher strömten.

Viele Londoner profitierten von den Errungenschaften der industriellen Revolution, die Großbritannien zur reichsten Industrienation der Welt machte. Viele mussten jedoch um ihr tägliches Überleben kämpfen. Am Ende der Herrschaft Victorias war die Einwohnerzahl von London auf 7 Millionen angewachsen. Die Folgen waren Überbevölkerung und Umweltverschmutzung, die sich insbesondere in den Slums des East Ends bemerkbar machten.

Das 20. Jahrhundert
Im Ersten Weltkrieg (1914-18) blieb auch London nicht von Luftangriffen verschont, obwohl die Zahl der Opfer vor dem Hintergrund eines Krieges, der Millionen Menschenleben forderte, eher gering ausfiel.

Beim Ausbruch des Zweiten Weltkrieges (1939-45) war London so gut wie gar nicht auf die Bombenangriffe an 57 aufeinanderfolgenden Nächten des Jahres 1940 vorbereitet, die als Blitzkrieg in die Geschichte eingingen. Nach dem Krieg kehrten viele Londoner der Stadt für immer den Rücken. Dieser Bevölkerungsrückgang hält bis heute an. Der daraus resultierende Arbeitskräftemangel konnte durch die verstärkte Einwanderung aus den ehemaligen Kolonien, insbesondere aus Indien und den Westindischen Inseln, abgefangen werden.

In den sogenannten 'Swinging Sixties' wurde London zur Modemetropole erklärt und galt als coolste Stadt der Welt. 1979 gewann Margaret Thatcher die Wahl für die Konservativen, welche ganze 17 Jahre lang an der Macht blieben.

Das 21. Jahrhundert
Seit der Thatcher-Periode ist viel Wasser die Themse heruntergeflossen. Die Umstrukturierung schreitet mit großen Schritten voran, und zahlreiche 'Millennium-Projekte’ und kommerzielle Einrichtungen haben das Gesicht der Stadt verändert. Auch in die Infrastruktur wurden beträchtliche Summen investiert.

Die Gründung des Stadtparlaments (Greater London Assembly - GLA) stellt eine wichtige politische Entwicklung für die Stadt dar, ebenso wie die Wahl eines eher amerikanisch orientierten Oberbürgermeisters. Beide erfolgen über ein öffentliches Mandat.

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